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24.03.2021 Alter: 54 days
Von: Ariane Bahl

Aus dem Religionsunterricht

Rückblick auf eine gelungene Weihnachtsaktion.


Das letzte Jahr war für uns alle aufgrund von Corona ein so ganz anderes Jahr. Im Religionsunterricht mit der Klasse 12F111 wurde oft über die Folgen und Auswirkungen der Einschränkung diskutiert und wir thematisierten auch oft die besonders harte Situation für Bewohner/innen von Altenheimen, die oft so gar keinen Besuch mehr bekommen durften und sich sehr isoliert fühlten.

Viele Schüler*innen hatten im vergangen Jahr ein Praktikum in Pflegeeinrichtungen gemacht und oft noch guten Kontakt zu diesen. So entstand die Idee, dass wir den Bewohner/innen zu Weihnachten Mutmachbriefe schreiben, damit sich unser älteren Mitmenschen nicht vergessen fühlen und auch etwas haben, worüber sie sich freuen können.

Eine Schülerin arbeitete im Seniorenzentrum Johannesstift in Gießen und schnell war der Kontakt hergestellt. Wir schrieben im November lange und liebevolle Briefe, verzierten sie weihnachtlich und bemalten die Umschläge.

Gleichzeitig stellte ich diese Idee in der Religionsfachkonferenz vor und viele Kolleginnen wollten sich anschließen. Die Idee wuchs weiter und wurde durch selbstgebastelten und auch gekaufte Geschenke erweitert. Die Ideen waren toll: selbstgebastelte Sterne, Lavendelduftsäckchen, frisches Weihnachtsgebäck, Teelichter aus der Holzwerkstatt, liebevoll zusammengestellte Tüten mit Spielkarten, Duschgel, Desinfektionsgel, Kerzen und vielem mehr...

Am letzten Tag der Vorbereitungen verließ ich die Schule mit drei prall gefüllten Kartons. Aber das war noch nicht alles... Zu Hause angekommen, klingelte es an der Tür und Lucia Geisemeiser hatte aus Biebertal auch noch Präsente mitgebracht – sie holte eine nicht endend wollende Anzahl aus Tüten und Paketen aus ihrem Auto!

Alles wurde gerecht in fünf „Portionen“ für die fünf Stationen aufgeteilt und von mir am 11.12.20 vor Ort unter Einhaltung aller Hygieneregeln an Frau Hoffmann-Bremer, die Leiterin des Seniorenzentrums, überreicht, die sichtlich überwältigt war. Sie war so begeistert, dass sie Fotos machte und diese auch an die Presse weitergeben wollte. Leider waren zu dieser Zeit sehr viele Coronafälle und auch Todesfälle an beiden Standorten der Diakonie Seniorenzentren in Linden und Gießen, so dass dies wohl vergessen wurde.

Im Januar und Februar erreichte mich viele Nachrichten von Angehörigen, die sich im Namen der Bewohnerinnen und Bewohner sehr herzlich für diese Aktion bedankten.

Eine Tochter einer Bewohnerin schrieb: „Daher hat es mich umso mehr gefreut, dass Sie dieses Projekt gestartet haben und auch andere Menschen einander gedenken, in dieser so verrückten Zeit. Bitte sagen sie auch den SchülerInnen einen herzlichen DANK!. Sie haben sich so viel Mühe gegeben und damit einen großen gesellschaftlichen Beitrag geleistet - Wahnsinn.

An dieser Stelle auch von der Fachschaft Religion ein herzliches Dankeschön an alle, die bei dieser Aktion teilgenommen und sie unterstützt haben - es ist schön, dass man auch in so schwierigen Zeiten noch so viel Mitgefühl erleben kann!

Ariane Bahl


Willy-Brandt-Schule - Carl-Franz Straße 14 - 35392 Gießen - Tel. 0641.2646